Donnerstag, 19. November 2009

Beaujolais Nouveaux

Ab heute (traditionell nämlich der dritte Donnerstag im November eines jeden Jahres) darf der Beaujolais Noveaux verkauft werden!
Anlässlich dieses Ereignisses!! sind wir gestern Nachmittag mit drei Bussen von der Uni aus in das wundervolle Beaujeu gefahren. Dort haben wir zunächst une cave besichtigt, um hinterher dann an dem eigentlichen Spektakel teilnehmen zu können, der Weinprobe. Drei Rote, 2008, 2007 und 2005, ein Weißer, sowie ein Rosé wurden uns in dem hergerichteten Verkaufsraum aufgetischt. Man muss ja auch schließlich den direkten Vergleich der Jahrgänge erleben.

Hinterher haben wir uns in dem kleinen Nestchen Beaujeu umgesehen und einen zumindest warmen Eintopf (pot au feu ?!) für köstliche 12 Euro zu uns genommen. Gestärkt stürmten wir dann das Festzelt in dem man zunächst ein Gläschen kaufen konnte, wollte, sollte... Dank der grandiosen Erfindung der Kordel konnten wir uns dieses dann um den Hals hängen und die erste Runde beginnen. Ringsherum im Zeltchen warteten ganz viele nette Menschen darauf, endlich ihren Wein loszuwerden!! Dementsprechend war das Zelt dann auch gefüllt. Um 10h war der Wein dann aber wohl aus...

Unterbrochen von einer heißen Schokolade in einem Café, dem Haaaandspiel Henrys und einer heißen Waffel, machten wir uns gegen 11.30 wieder auf den Weg zum Festplätzchen. Unglaublich viele viele Leute hatten sich mittlerweile hier versammelt. Da steppt richtig der Bär in Beaujeu, zumindest einmal im Jahr.
Alle fieberten der Mitternachtsstunde entgegen. Ein riiiiesen Trara. Mit Blaskapelle aus Valencia. Und der Weinkönigin. Und dem alten Moderator mit der Föhnfrisur. Gegröle und Getanze.
Um Mitternacht, war es endlich soweit: das neue Jahr!! - zumindest fühlte es sich so an. Das war definitiv eine Silvesterparty. Es war kalt, pünktlich um 12 gab es ein wunderbares Feuerwerk, begleitet von Electro-Klängen und Lasershow. Die große Diskokugel hatte ihren Auftritt, es roch nach Feuerwerk. Ich hatte ein wenig das Bedürfnis allen ein Frohes Neues zu wünschen, verkniff es mir dann aber doch....

Stattdessen sind wir dann der Herde gefolgt, um nun, da es endlich Donnerstag war, den Neuen Wein zu probieren.

Ein tolles Erlebnis.
Im Grunde ein Tag voller Wein für lau und einer Menge Spaß!

Morgen gehts mit der Sonja nach Paris :-)
Montag Marketingklausur,
Dienstag Franztest,
Donnerstag International Finance Klausur,
Freitag Abgabe des Aufsatzes für Managing Global Business...
Freitag Abend könnt ich wieder einen Beaujolais vertragen.

Sonntag, 8. November 2009

ich lebe noch

Ewig habe ich nicht mehr geschrieben...
Aus irgendwelchen Gründen konnte ich mich dauernd nicht einloggen. Die Verbindung wurde dann mysteriöserweise just in dem Moment meiner Anmeldung unterbrochen.... kooomisch.

Nun ja, seit meinem letzten Eintrag ist eine Menge passiert.
Tom hat mich ein Wöchlein besucht,
ich habe mein deutsches Zuhause ein Wöchlein besucht.
Ich war in Annecy,
ich habe noch mehr Crepes gegessen und angefangen guten Lidl-Lebkuchen zu verspeisen, den die Franzosen nicht zu schätzen wissen.
Meine Liebe zu den Velos ist stetig gewachsen. Diese Teile sind einfach grandios! Das Gefühl, das man erfährt, wenn man nachts mit einem Fahrrad heim düst ist unbeschreiblich. Die Stadt gehört dann mir :-D

Mittlerweile sind es nur noch angsteinflößende 6 Wochen bevor ich wieder Heim komm. Also im Grunde nur noch einmal die Sommerferien!!
In 2 Wochen gebe ich schon den Aufsatz ab, der eine Prüfung ersetzt und mit dem ich bis jetzt noch nicht begonnen habe...
Ende November steht dann schon das erste final exam an. Also das Ende rückt unaufhaltsam näher.

Heute abend war ich russisch essen, bei einer meiner Leidensgenossinnin aus dem Marketingkurs. Das Essen war klasse, der Vodka zu stark für meinen Geschmack.
Und auch der Zug und das Hotel in Paris sind gebucht, nachdem ich Sonja verpflichten konnte, mich in zwei Wochen nach Paris zu begleiten. :-)

Morgen melden wir uns zu einer Beaujolais-Tour an. Wein muss sein. :-D

Jetzt muss ich dann doch noch Hausaufgaben machen.


Also, wie immer: A bientôt.



Samstag, 10. Oktober 2009

Vélo'V

Entgegen jeglicher Vernunft, habe ich es nun zusammen mit dem Tom doch gewagt, ein Vélo (=Fahrrad) zu leihen - und dann auch noch zu fahren :-)

Wie in vielen anderen europäischen Großstädten, verfügt auch Lyon über ein Netz öffentlicher Fahrradmietstationen. Dort kann man sich gaaanz bequem mit Hilfe einer Kreditkarte ein Fahrrad leihen. In Lyon gibt es 343 solcher Stationen. Alle paar Meter trifft man auf eine solche. Das Fahrrad kann man an Station A abholen und bei einer beliebigen anderen abstellen. Die erste halbe Stunde ist dabei umsonst. Deshalb wechselt man dann alle 25 Minuten das Vélo, um eine neue halbe Stunde zu beginnen. Klasse Erfindung.
In Lyon nennen sich diese Fahrräder Vélo'v. Vélo heißt Fahrrad. Lange fragt man sich vielleicht, was das v dahinter zu suchen hat. Wenn man das nun aber geschickt ausspricht, klingt das wie "We love" (zumindest wenn man Franzose ist).

Ich gebe zu, zu Beginn haben mich die äußeren Umstände gezwungen in diesem Höllenverkehr hier ein Fahrrad zu leihen: Wir hatten Karten für ein Basketballspiel gekauft und die netten öffentlichen Verkehrsmittel haben, wie erwähnt, gestreikt. Und da mussten wir dann eben radeln....
Glücklicherweise hat hier ziemlich jede große, stark befahrene und angsteinflößende Straße einen Fahrradweg. Das bewahrt einen dann nicht zwangsläufig davor, einen Herzinfarkt zu erleiden, aber im Grunde machen die Fahrradwege die Situation erträglich. Zusätzlich werben Plakate am Straßenrand dafür, dass Fahrrad- und Autofahrer Freunde werden und lernen miteinander zu fahren.
Besonders nachts hat man als Angsthase mit einem Vélo'v Spaß. Da schlafen nämlich die meisten Autofahrer ;-)
Seit Mittwoch ruht hier der Streik (endlich!!!! Nachdem irgendein Verrückter 29 Busse in Flammen hat aufgehen lassen - tztz).... aber trotzdem werde ich ab und an mal wieder ein Vélo'v fahren.

A bientot.

Mittwoch, 30. September 2009

ein Lebenszeichen!!

Nach langer Zeit mal wieder ein Lebenszeichen!! Man hat ja auch so wenig Zeit - le temps c'est de l'argent (=Zeit ist Geld, ...um mal ein wenig gebrochenes Französisch einfließen zu lassen)

Die ersten Postkarten sind tatsächlich schon angekommen :-)
Ich werde mich in den nächsten Tagen zwingen, neue zu schreiben.

Im Grunde gibt es momentan gar nicht viel zu berichten.
Langsam schleicht sich der Alltag ein ;-)
Die Kurse haben begonnen. Bis auf den Französisch-Kurs sind sie aber noch ziemlich locker.
Die SELF-Kurse, die ich belege, unterscheiden sich leider nicht groß von den Kursen in der BA: Gerade einmal 40 Leute in einem Kurs, viel Interaktion.
Ich habe also noch keinen großen Hörsaal kennengelernt. Das Uni-Feeling blieb bis jetzt aus. Aber ich werde das nachholen, indem ich mich einfach in einen anständigen Kurs der Uni setz - wahrscheinlich ohne dort etwas zu verstehen, dafür aber umgeben von hunderten von Studenten. DAS ist Uni!

Wir erleben Frankreich - mit seinen guten aber eben auch mit seinen weniger guten (oder vielleicht auch nur ungewohnten) Seiten. Das liebste Hobby der Franzosen: la grève!! Die Franzosen liiiiieben es, zu streiken. Seit einigen Tagen liegen die öffentlichen Verkehrsmittel in Lyon lahm. Cool. Das verursacht dann täglich ein Verkehrschaos. Theoretisch könnte man ja eines der Fahrräder, der vélovs mieten, wenn die Metro nicht will. Aber wenn man die Verkehrslage und die Tatsache, dass ich noch immer keine private Auslandskrankenversicherung abgeschlossen habe, in Betracht zieht... Dann lieber doch kein Fahrrad fahren :-D

Zwischendurch habe ich festgestellt, dass Picasa mehr Speicherplatz für Fotos zur Verfügung stellt. Fotos also nun hier.

Je suis fatiguée (= ich bin müde).
Also werde ich jetzt schlafen gehen.

A bientôt.

Montag, 14. September 2009

Postkarten

Zehn Postkarten liegen auf meinem Schreibtisch.
Der erste Schwung wird sich also demnächst auf den Weg in die Heimat machen.

Ich mag das wirklich nicht, Postkarten zu schreiben.
Ich bin bemüht niemanden zu vergessen... ich werde einfach ab und an mal eine schreiben und dann verschicken - also irgendwann sollten alle, die erwarten eine Karte zu bekommen, auch eine bekommen. Nur nicht ungeduldig werden. Ich bin schließlich noch bin Weihnachten hier und kann nicht 30 Karten auf einmal schreiben ;-)

Studenten im SELF-Programm

Wo man hinblickt... alles, außer Franzosen. Natürlich war das abzusehen, denn schließlich studiere ich auf Englisch...
Ich habe Studenten getroffen, die von überall her kommen. Spanien, USA, Kanada, China, Australien und auch alles was dazwischen und drumherum noch so zu finden ist. Sehr cool so viele verschiedene Menschen kennenzulernen.


Asiaten gucken einen ganz verschreckt, geradezu schockiert an, wenn man nebenbei erwähnt, dass man Reis gekocht habe - "Deutsche essen Reis?!!!!? Wirklich?" Da haben sie noch dreimal nachgefragt. Drollig.

Erwähnenswert ist vielleicht auch folgende Szene:
In der Vorlesung lernen wir den Sitznachbarn kennen. Die erste Frage ist hier immer die gleiche: "Woher kommst du?" Er kam aus Hawaii - Hawaaaaaii!! Ich träume von der Kulisse von "Lilo und Stitch", als er natürlich auch fragt woher wir kommen. "Deutschland (nicht gerade Hawaii...)."
- Und dann: "Deutschland? Kennt ihr Wernigerode?"
Wernigerode?!
Okay, alle kennen Berlin, vielleicht auch Frankfurt und natürlich das Oktoberfest in München. Aber wer zum Teufel kommt bitte auf die Idee, mit Deutschland als erstes Wernigerode zu verbinden?!
Stolz konnte ich verkünden, dass ich das naaaatüüürlich kenne, sogar in der Nähe wohne. Damit konnte ich beeindrucken ;-D
Der Hawaiianer hatte selber zwei Monate in Wernigerode gelebt, bei einer Gastfamilie. Auch hat er gesagt, dass das der schönste Platz gewesen sei, den er je gesehen hatte... (an dieser Stelle hat er vielleicht doch ein wenig übertrieben :-D)
Genauso drollig und überraschend.

A bientôt.

Dienstag, 8. September 2009

Only Lyon

Fotos aus Lyon

Leider lässt mich das Ding hier keine Bilder hochladen. Bis das Problem behoben ist, hier klicken.

Essen, die 1.

Frankreich ist doch berühmt für das tolle Essen und seinen Wein.
Hier die ersten gesammelten Weisheiten zum Essen:

  • Rieche unbedingt genau an dem Käse, wenn du im Supernarkt welchen kaufen möchtest. Zuhause riecht er dann glatt um einiges intensiver, genau wie das Zimmer selbst.
  • Lyon ist berühmt für seine kleinen Restaurants, die Bouchons. Das Essen ist super, je nach Bedarf kann es sehr teuer sein, aber man findet auch günstiges. Wenn ein Restaurant voll ist, heißt das vielleicht, dass das Essen gut ist, aber es heißt nicht, dass der Teller dann auch voll ist und man satt wird :-D
  • Wenn man Fruchtjoghurt kauft, zunächst - ne nicht riechen - aber lesen. Wenn "goût ..." draufsteht, lieber stehenlassen. Dieser Joghurt enthält wohl nur Fruchtaroma. Da reißt man den Deckel runter und wundert sich bei dem Erdbeerjoghurt, dass er weiß ist. Hoffnungsvoll beginnt man dann zu rühren. Aber der Joghurt bleibt weiß. Nicht mal mit Farbstoffen die Illusion gewahrt. Sehr enttäuschend. Im Supermarkt stehenlassen!
  • Lieblichen Wein erkennt man an der Aufschrift "doux".


A bientôt.

Die Ankunft

Den Nachtzug nach Paris sitzenderweise in einem 6-Personen-Abteil überstanden, Paris durchquert, umgestiegen, das Gepäck geschleppt und am Leben. Wow, ich bin in Lyon!! Den schlimmsten Teil der Reise in mein Zimmerchen lyonnaise überstanden - nur noch schnell zur Uni, die Bestätigung für die Résidence geholt und dann duuuuschen und ins neue Bett!
Denkste.

Alles lief so gut, irgendwas musste ja noch kommen :-P
Zuerst verlor ich meine Jacke, die einzige, die ich mit nach Lyon gebracht hatte.... und zwar auf dem Weg von der Uni zur Résidence. Das ist ein Weg von 5 Minuten!! Als ich sie nicht wiederfand, war ich aber nicht arg getroffen. Schließlich war ich sehr müde und wir hatten an diesem Tag gefühlten 40°- Hochsommer. Also schnell weiter.

Und dann war doch tatsächlich einfach niemand an der Rezeption! "Wegen der Öffnungszeiten bitte vor 16:30h ankommen", stand in der Email. Es war 15:30h.
Die ersten Stunden strichen dahin - ein wenig Hoffnung blieb. Aber natürlich kam auch dann niemand. Und die Mobiltelefone hatten die werten Damen zur Sicherheit auch gleich abgestellt.

Im Nachhinein war das aber gar nicht allzu schlimm. Ich war nicht allein, Sonja aus meinem Kurs in Mannheim und Axel, ein Student aus Dänemark teilten mein Schicksal.
Und wir haben in diesen Stunden bereits das halbe Wohnheim kennengelernt. Jeder, der vorbeikam, hatte Mitleid und unterhielt sich mit uns.
Am Ende wurden wir dann eingeladen, bei französischen Bewohnern der Résidence zu übernachten. Ein sehr netter Abend.

Am nächsten Morgen um 6.00h: Ich habe noch nie einen so lauten Radiowecker erlebt. Sonja und ich standen senkrecht im Bett, während unsere Gastgeberin ruhig weiterschlummerte :-D
Um 8:00 frohen Mutes zur Rezeption. Niemand da. 9:00h. Niemand da.
Dafür kamen aber andere Neulinge mit ihren Vätern an. Die verärgerten Papas haben dann 20 mal telefoniert und Druck gemacht. Irgendwann hat sich dann die Meinung des Direktors, dass an diesem Tag niemand mehr kommen würde, geändert.

Und endlich. Gegen Mittag lagen wir dann in unseren Betten. Ja, endlich.

Montag, 7. September 2009

Endlich in Lyon!

Schon über eine Woche wohne ich jetzt in meinem kleinen Zimmerchen in einer "Résidence" ganz nah bei der Uni Jean Moulin Lyon III.

Mir geht es sehr gut und ich fühl mich wohl :-) Sowohl das Wohnheim mit seinen Bewohnern, als auch die Stadt und die Uni - einfach klasse. Es hätte kaum besser sein können (Honeymoon-Phase!!?).

In der kurzen Zeit haben wir schon viel erlebt und noch mehr Leute kennengelernt, deren Namen man sich unmöglich alle merken kann.

Als ich mit der Sonja ankam war trotz Verabredung zwar keiner an der Rezeption, um einen Schlüssel rauszurücken, ich wurde beinahe von einem 6-jährigen Kindchen, das seine Hände schon in meiner Tasche hatte, beklaut UND ich stand in der Uni nicht auf der Liste und hab so leider auch nicht die Kurse bekommen, für die ich mich online eingeschrieben hatte - aber trotzdem, der Eindruck von Lyon ist vollkommen positiv :-D


Ich werde künftig versuchen hier regelmäßig ein paar Zeilen zu schreiben, um zu verraten, was ich den ganzen Tag in dieser wundervollen Stadt treibe, bzw. bereits erlebt/mitgemacht habe.

In dem Sinne: A bientôt :-)