Mittwoch, 30. September 2009

ein Lebenszeichen!!

Nach langer Zeit mal wieder ein Lebenszeichen!! Man hat ja auch so wenig Zeit - le temps c'est de l'argent (=Zeit ist Geld, ...um mal ein wenig gebrochenes Französisch einfließen zu lassen)

Die ersten Postkarten sind tatsächlich schon angekommen :-)
Ich werde mich in den nächsten Tagen zwingen, neue zu schreiben.

Im Grunde gibt es momentan gar nicht viel zu berichten.
Langsam schleicht sich der Alltag ein ;-)
Die Kurse haben begonnen. Bis auf den Französisch-Kurs sind sie aber noch ziemlich locker.
Die SELF-Kurse, die ich belege, unterscheiden sich leider nicht groß von den Kursen in der BA: Gerade einmal 40 Leute in einem Kurs, viel Interaktion.
Ich habe also noch keinen großen Hörsaal kennengelernt. Das Uni-Feeling blieb bis jetzt aus. Aber ich werde das nachholen, indem ich mich einfach in einen anständigen Kurs der Uni setz - wahrscheinlich ohne dort etwas zu verstehen, dafür aber umgeben von hunderten von Studenten. DAS ist Uni!

Wir erleben Frankreich - mit seinen guten aber eben auch mit seinen weniger guten (oder vielleicht auch nur ungewohnten) Seiten. Das liebste Hobby der Franzosen: la grève!! Die Franzosen liiiiieben es, zu streiken. Seit einigen Tagen liegen die öffentlichen Verkehrsmittel in Lyon lahm. Cool. Das verursacht dann täglich ein Verkehrschaos. Theoretisch könnte man ja eines der Fahrräder, der vélovs mieten, wenn die Metro nicht will. Aber wenn man die Verkehrslage und die Tatsache, dass ich noch immer keine private Auslandskrankenversicherung abgeschlossen habe, in Betracht zieht... Dann lieber doch kein Fahrrad fahren :-D

Zwischendurch habe ich festgestellt, dass Picasa mehr Speicherplatz für Fotos zur Verfügung stellt. Fotos also nun hier.

Je suis fatiguée (= ich bin müde).
Also werde ich jetzt schlafen gehen.

A bientôt.

Montag, 14. September 2009

Postkarten

Zehn Postkarten liegen auf meinem Schreibtisch.
Der erste Schwung wird sich also demnächst auf den Weg in die Heimat machen.

Ich mag das wirklich nicht, Postkarten zu schreiben.
Ich bin bemüht niemanden zu vergessen... ich werde einfach ab und an mal eine schreiben und dann verschicken - also irgendwann sollten alle, die erwarten eine Karte zu bekommen, auch eine bekommen. Nur nicht ungeduldig werden. Ich bin schließlich noch bin Weihnachten hier und kann nicht 30 Karten auf einmal schreiben ;-)

Studenten im SELF-Programm

Wo man hinblickt... alles, außer Franzosen. Natürlich war das abzusehen, denn schließlich studiere ich auf Englisch...
Ich habe Studenten getroffen, die von überall her kommen. Spanien, USA, Kanada, China, Australien und auch alles was dazwischen und drumherum noch so zu finden ist. Sehr cool so viele verschiedene Menschen kennenzulernen.


Asiaten gucken einen ganz verschreckt, geradezu schockiert an, wenn man nebenbei erwähnt, dass man Reis gekocht habe - "Deutsche essen Reis?!!!!? Wirklich?" Da haben sie noch dreimal nachgefragt. Drollig.

Erwähnenswert ist vielleicht auch folgende Szene:
In der Vorlesung lernen wir den Sitznachbarn kennen. Die erste Frage ist hier immer die gleiche: "Woher kommst du?" Er kam aus Hawaii - Hawaaaaaii!! Ich träume von der Kulisse von "Lilo und Stitch", als er natürlich auch fragt woher wir kommen. "Deutschland (nicht gerade Hawaii...)."
- Und dann: "Deutschland? Kennt ihr Wernigerode?"
Wernigerode?!
Okay, alle kennen Berlin, vielleicht auch Frankfurt und natürlich das Oktoberfest in München. Aber wer zum Teufel kommt bitte auf die Idee, mit Deutschland als erstes Wernigerode zu verbinden?!
Stolz konnte ich verkünden, dass ich das naaaatüüürlich kenne, sogar in der Nähe wohne. Damit konnte ich beeindrucken ;-D
Der Hawaiianer hatte selber zwei Monate in Wernigerode gelebt, bei einer Gastfamilie. Auch hat er gesagt, dass das der schönste Platz gewesen sei, den er je gesehen hatte... (an dieser Stelle hat er vielleicht doch ein wenig übertrieben :-D)
Genauso drollig und überraschend.

A bientôt.

Dienstag, 8. September 2009

Only Lyon

Fotos aus Lyon

Leider lässt mich das Ding hier keine Bilder hochladen. Bis das Problem behoben ist, hier klicken.

Essen, die 1.

Frankreich ist doch berühmt für das tolle Essen und seinen Wein.
Hier die ersten gesammelten Weisheiten zum Essen:

  • Rieche unbedingt genau an dem Käse, wenn du im Supernarkt welchen kaufen möchtest. Zuhause riecht er dann glatt um einiges intensiver, genau wie das Zimmer selbst.
  • Lyon ist berühmt für seine kleinen Restaurants, die Bouchons. Das Essen ist super, je nach Bedarf kann es sehr teuer sein, aber man findet auch günstiges. Wenn ein Restaurant voll ist, heißt das vielleicht, dass das Essen gut ist, aber es heißt nicht, dass der Teller dann auch voll ist und man satt wird :-D
  • Wenn man Fruchtjoghurt kauft, zunächst - ne nicht riechen - aber lesen. Wenn "goût ..." draufsteht, lieber stehenlassen. Dieser Joghurt enthält wohl nur Fruchtaroma. Da reißt man den Deckel runter und wundert sich bei dem Erdbeerjoghurt, dass er weiß ist. Hoffnungsvoll beginnt man dann zu rühren. Aber der Joghurt bleibt weiß. Nicht mal mit Farbstoffen die Illusion gewahrt. Sehr enttäuschend. Im Supermarkt stehenlassen!
  • Lieblichen Wein erkennt man an der Aufschrift "doux".


A bientôt.

Die Ankunft

Den Nachtzug nach Paris sitzenderweise in einem 6-Personen-Abteil überstanden, Paris durchquert, umgestiegen, das Gepäck geschleppt und am Leben. Wow, ich bin in Lyon!! Den schlimmsten Teil der Reise in mein Zimmerchen lyonnaise überstanden - nur noch schnell zur Uni, die Bestätigung für die Résidence geholt und dann duuuuschen und ins neue Bett!
Denkste.

Alles lief so gut, irgendwas musste ja noch kommen :-P
Zuerst verlor ich meine Jacke, die einzige, die ich mit nach Lyon gebracht hatte.... und zwar auf dem Weg von der Uni zur Résidence. Das ist ein Weg von 5 Minuten!! Als ich sie nicht wiederfand, war ich aber nicht arg getroffen. Schließlich war ich sehr müde und wir hatten an diesem Tag gefühlten 40°- Hochsommer. Also schnell weiter.

Und dann war doch tatsächlich einfach niemand an der Rezeption! "Wegen der Öffnungszeiten bitte vor 16:30h ankommen", stand in der Email. Es war 15:30h.
Die ersten Stunden strichen dahin - ein wenig Hoffnung blieb. Aber natürlich kam auch dann niemand. Und die Mobiltelefone hatten die werten Damen zur Sicherheit auch gleich abgestellt.

Im Nachhinein war das aber gar nicht allzu schlimm. Ich war nicht allein, Sonja aus meinem Kurs in Mannheim und Axel, ein Student aus Dänemark teilten mein Schicksal.
Und wir haben in diesen Stunden bereits das halbe Wohnheim kennengelernt. Jeder, der vorbeikam, hatte Mitleid und unterhielt sich mit uns.
Am Ende wurden wir dann eingeladen, bei französischen Bewohnern der Résidence zu übernachten. Ein sehr netter Abend.

Am nächsten Morgen um 6.00h: Ich habe noch nie einen so lauten Radiowecker erlebt. Sonja und ich standen senkrecht im Bett, während unsere Gastgeberin ruhig weiterschlummerte :-D
Um 8:00 frohen Mutes zur Rezeption. Niemand da. 9:00h. Niemand da.
Dafür kamen aber andere Neulinge mit ihren Vätern an. Die verärgerten Papas haben dann 20 mal telefoniert und Druck gemacht. Irgendwann hat sich dann die Meinung des Direktors, dass an diesem Tag niemand mehr kommen würde, geändert.

Und endlich. Gegen Mittag lagen wir dann in unseren Betten. Ja, endlich.

Montag, 7. September 2009

Endlich in Lyon!

Schon über eine Woche wohne ich jetzt in meinem kleinen Zimmerchen in einer "Résidence" ganz nah bei der Uni Jean Moulin Lyon III.

Mir geht es sehr gut und ich fühl mich wohl :-) Sowohl das Wohnheim mit seinen Bewohnern, als auch die Stadt und die Uni - einfach klasse. Es hätte kaum besser sein können (Honeymoon-Phase!!?).

In der kurzen Zeit haben wir schon viel erlebt und noch mehr Leute kennengelernt, deren Namen man sich unmöglich alle merken kann.

Als ich mit der Sonja ankam war trotz Verabredung zwar keiner an der Rezeption, um einen Schlüssel rauszurücken, ich wurde beinahe von einem 6-jährigen Kindchen, das seine Hände schon in meiner Tasche hatte, beklaut UND ich stand in der Uni nicht auf der Liste und hab so leider auch nicht die Kurse bekommen, für die ich mich online eingeschrieben hatte - aber trotzdem, der Eindruck von Lyon ist vollkommen positiv :-D


Ich werde künftig versuchen hier regelmäßig ein paar Zeilen zu schreiben, um zu verraten, was ich den ganzen Tag in dieser wundervollen Stadt treibe, bzw. bereits erlebt/mitgemacht habe.

In dem Sinne: A bientôt :-)