Dienstag, 24. August 2010

Liebe^3

Ich habe mich während der letzten Wochen so einige Male verliebt. Unter anderem in die Vending Machines. Heute ist meine Liebe gewachsen, geradezu sprunghaft! Denn ich habe sie gesehen. Eine der neusten Schöpfungen des wundervoll bunten, unterhaltsamen und unheimlich fortgeschrittenen Japans! Schaut her, sie liebt uns auch:


http://www.youtube.com/watch?v=B_x6ZmccTDw

Leider habe ich meine Kamera heute morgen vergessen, sodass ich sie dann nicht fotografieren konnte.
Ist sie nicht zauberhaft? Sie hat einen großen TouchScreen! Sehr zuvorkommend ist sie auch!: Sobald man vor ihr steht, analysiert sie Alter und Geschlecht und zack, schon werden die Getränke die einem wahrscheinlich am besten schmecken markiert!
Ich lieeeebe sie.

Das war allerdings nicht das einzige Liebesereignis heute!! Ihr erinnert euch doch sicherlich an Hugo, meinen Lieblingswinker. Als ich heute morgen an ihm vorbeigehuscht bin, weil ich wie üblich ein wenig spät dran war (ich fang zwar erst um 9h an, aber trotzdem..), trafen sich unsere Blicke und die Welt schien still zu stehen. 3 Sekunden mindestens. Er ist wirklich wie Winnie Pooh! =)

Außerdem ist heute Tom-Telefon-Tag, wodurch mein Tag dann noch mit einer Extraportion Liebe abgerundet wird - Einfach lieblich!

Freitag, 20. August 2010

Heute habe ich eine Lat gesehen!

Jaaaah, eine Laaat. Nun seid ihr sicherlich ganz gespannt.
Letzte Woche in Akita sprach ich noch mit Hitomi darüber: "Yaaaa, in Tokyo, there are so many lets."
öööhh "Lets?!! .... Lats?? hmmm, don't know...."
In der UBahn solle man sie manchmal sehen. Ich konnte mich aber bei bestem Willen an keine ungewöhnlichen Ereignisse in der UBahn erinnern, die ich mit dem Begriff Lats verbinden könnte.
Aber heute!! Da hab ich sie gesehen! Eine Ratte! Rat! Oder in der japanisch-englischen Variante Lat! Sie lag ganz erbärmlich kaputt am Wegrand. Trauriges, totes Geschöpf.
Welch Überleitung. Die Vergänglichkeit:

Nun wird es wohl schon beinahe das letzte Mal sein, dass ich mich melde. Denn der Countdown läuft. In einer Woche geht mein Flieger in die Heimat und bis dahin habe ich noch sooo viele Dinge zu erledigen. Yumiko hat es so (japanisch natürlich) ausgedrückt: Ich bin ein Hippari Dako. Ein Oktpus, dessen Arme man lang zieht. Und sie werden immer länger, wie Gummi. Denn die Kollegen beschäfitigen mich die letzten Tage doch sehr gut! Hast du am Mittwoch noch Zeit? Da wollt ich nach der Arbeit ins DisneySea fahren... - Echt?? Wir wollten dich gerade fragen, ob du mit uns ins DineySea fahren möchtest!!!!
Perfekt!
Heute Abend bin ich mit Eppy, Kelvin und Steve Pizza essen gewesen. Japanisch mit Tuna und Wasabi-Avocado und dann noch ein wenig Hard Rock Cafe. Der Abend war sehr lustig. Sehr schade, dass wir einander nicht wiedersehen werden. So ist es, das Leben.

Montag habe ich schon Farewell Party - die wollen mich schon vorzeitig loswerden... Es gibt koreanisches BBQ, denn ich liebe koreanisches Essen!


Busy-Oktpus-Sus(h)i sagt Sayonara

Sonntag, 15. August 2010

Akita-Wochenende

Gerade bin ich wieder angekommen! Freitag Morgen habe ich mich auf den Weg nach Akita in die Stadt Odate (übrigens der Geburtsort des süßen, berühmten Hachiko) gemacht, um dort die Familie einer Kollegin zum Obonfest zu besuchen. Zu Obon fahren die Japaner in ihre Heimatstädte zurück. Gemeinsam mit der Familie wird der verstorbenen Familienangehörigen gedacht. War also ein doppelter Lottogewinn. Denn es ist im Allgemeinen eher selten, dass Fremde in ein japanisches Haus eingeladen werden. Und dann zu einem solchen Feiertag, das war Kultur pur. Sie leben auf dem Land und entsprechend pflegen sie ihre alten Traditionen. Die Familie war unglaublich freundlich, offen und herzlich! Sie ist wunderbar! Wir haben einander natürlich nicht verstehen können und trotzdem hab ich mich sehr wohl gefühlt. Das war sicherlich eines meiner Highlights!
Leider haben wir dieses Wochenende das größte Sommerfeuerwerk Tokios verpasst. Und für Akitas Feuerwerke waren wir zu früh. Hier findet eines der berühmtesten Feuerwerke Japans statt. Deshalb werden nächstes Wochenende am Ort des Feuerwerks sich nicht wie üblich 40.000 sondern über 700.000 Menschen befinden. Dieses Feuerwerk muss einfach nur verrückt sein. Ich habe bei youtube mal eines der letzten rausgesucht: Feuerwerk Wirklich sehenswert und verschwenderisch. Aber es ist ja Sommer ;-)
So, nun räum ich noch schnell auf, bevor ich meine 12.-letzte Nacht in Tokio antrete. Bis bald!

Freitag, 6. August 2010

neue Fotos

Hier nocheinmal der Foto-Link =)

Montag, 2. August 2010

typisch Japan

Jeden Morgen komme ich an einer Baustelle mit vier bis fünf Winkern vorbei. Einen davon habe ich einen Namen gegeben. Er heißt Hugo und er hat etwas von Winnie Pooh. Er ist wirklich herzig. Tom hat sich in ähnlicher Weise amüsiert, wie der Redakteur des folgenden Beitrags aus der wundervollen zdf-Mediathek: Lichtschwerter an Baustellen.

Zurück aus dem Urlaub

Ich melde mich zurück. Noch immer kann ich es nicht begreifen. Kaum ein, vielleicht zwei Tage ist es her, da kam Tom nach Tokio. Und nun ist er auch schon wieder weg. Na gut, er war länger da. Aber eigentlich dann doch wieder ganz kurz. Zumindest dann doch aber lang genug, sodass wir so viel gesehen haben, dass mir immernoch ganz schwindelig ist und ich nie hinterherkommen werde, auch nur ein Teil davon anständig zu berichten.
Dennoch eine Zusammenfassung: Wir waren
- im Disneyland, was mich ganz verzauberte, Tom dann eher weniger...
- mit Takashi und seiner Frau Power-Hiking (nachdem ich Tom gesagt habe, dass das eher ein Spaziergang wird und wir locker-flockig losgezogen waren, wurden wir eines besseren belehrt: Takashi ist ein passionierter Wanderer, der auch schon wochenlang im Himalaya umherwanderte - Er hat uns fertig gemacht und Tom durfte auch nicht seine Füße in den wunderschönen Fluss stecken, an dem wir vorbeiGERANNT sind...)
- zwischendrin ganz viel essen - Tom ist von dem Essen verzaubert, dermaßen, dass er mindestens alle zwei Stunden über Hunger klagte: "Also ich könnt ja schon wieder was essen...."
- in Kyoto. Mein Highlight: eine Nacht in diesem Kapselhotel, das ich beim zdf-mediathek schauen entdeckt habe: 9hours
- bei den wildgewordenen Rehen in Nara - possierliche Tierchen, die einem hinterherlaufen...
- in Osaka, überraschenderweise und ganz zufällig zu einem Riesen-Sommer-Festival =) Die Leute laufen mal links mal rechts. Da soll noch jemand durchsteigen. Dann doch lieber durchgehend links. Daran hab ich mich mittlerweile gewöhnt...
- in Hiroshima, einer Stadt mit erschütternder Geschichte, für die man keine Worte findet. Hiroshima-yaki schmeckt suuuper und ist Pflichtprogramm bei jedem Besuch.
- auf dem Fuji-san - Abends los, nachts raufgeklettert, um 3h auf dem Gipfel angekommen, bis 4h gefroren bis um halb 5 auf den Sonnenaufgang gewartet. Zack - für all die Strapazen belohnt. Unbeschreiblich schön. Ein Gefühl.... Ein Stündchen auf der Bank geschlummert, hinabgestiegen - stundenlang mit Bus, Zug und U-Bahn zurück nach Roppongi. Heute ist der Schmerz fast vergessen.
- pünklich zum Riesen Sumida-Feuerwerk zurück in Tokio =) Das allerallergrößte Feuerwerk, das man sich vorstellen kann - unglaublich. Im Sommer gibt es unzählige Feuerwerke, einfach weil Sommer ist. Als wir in Kuramae aus der Metro ausgestiegen sind, steckten wir schon auf der Straße in einer Menschenmenge fest, ohne zu wissen was uns erwartet. Es stellte sich heraus, dass wir uns auf einer großen abgesperrten Straße befanden, die den Fluss überquerte. Die Menschenmassen, wir, wurden dann mit Hilfe von Absperrbändern in große Quadrate geteilt. Jedes Quadrat bekam einen Schilderhalter, der einem mit seinem Schild signalisierte, wann die Masse sich bewegen durfte und wann sie warten musste. Auf diese Weise wurde die ganze Menschenmenge in Häppchen über den Fluss geführt, um ein Teil des Feuerwerks, dass über dem Fluss abgeschossen wurde, sehen zu können. Unter diesen Umständen muss natürlich Gruppe A der Fairness halber genau das gleiche Spektakel betrachten wie Gruppe P und Z. Das Feuerwerk hat so auch kein Spannungsbogen. Stattdessen über zwei Stunden lang einfach das größte Feuerwerk abschießen, das es gibt. Ein großes Feuerwerksfinale. Nuuuur große Raketen. Am laufenden Band. Verschwendung pur - beeindrückend. Die Straßen, die einen Blick auf den Fluss ermöglichen, waren besetzt. Stunden vorher schienen sich die Menschen die besten Plätze auf der Straße gesichert zu haben. Bewaffnet mit Gaskochern, Essen und Trinken. Großes Fest.
- zwanzig Mal in und um Tokio herum, Johannes' Sushimann gesucht, bei Toni Maroni gegessen, statt im Hardrock-Cafe (Toms Lieblingsstory), geshoppt und im Sekundentakt in der U-Bahn weggeschlummert....

Alles in allem ein wunderschönes und anstrengendes Abenteuer, mit viel Trubel und Erschöpfung und Zauber. Japan, wir kommen wieder.

Fotos folgen selbstverständlich die nächsten Tage.

Nun, da Tom weg ist, kann ich endlich wieder laut singen, dass die Nachbarn klopfen. Ich muss mir das Alleinsein schließlich schönreden. Außerdem muss ich mich auch fürs Karaoke-Singen warm machen. (Klasse Überleitung ->) Das habe ich übrigens auch schon mit Kollegen erlebt.... aber das ist eine andere Geschichte, die ich mich für das nächste Mal warmhalte. Schaltet wieder ein...

Donnerstag, 15. Juli 2010

Fotos

Fotos gibt es hier!
:-)

das liebe Schreiben

Hallo allerseits.

Just heute habe ich während ich eine Mail an die liebe Ilka schrieb angefangen, darüber zu philospohieren, warum sich diese Schreibwut - die sich dann und wann entläd, um der Ilka am Morgen, wenn sie ins Büro kommt, einen mit der Keule zu verpassen - warum sich diese Schreibwut also nicht auf meine Projektarbeit oder auch auf mein Blog übertragen lässt. Aber dazu später mehr...

Also, Chagall war wuuuunderbar. Einfach gänsehautmäßig. So viel Chagall auf einem Fleck hat mich ganz fleckig werden lassen. Ich habe unendlich lange in diesem Museum verbracht. Das schlimmste am Museum war, dass man gar keine Bilder machen durfte. Nicht mal ohne Blitzlicht. Und weil ich zwei Mal darauf hingewiesen wurde, konnte ich mich auch schlecht darauf berufen, gaijin zu sein, kein Wort zu verstehen und deshalb auch weiter Bilder zu machen. Meine lieben Kolleginnin sehen das nämlich so: "Aaaach du bist gaijin. Japaner sind sehr lieb zu gaijin. Looos, stell dich vor den goldenen Buddha und wir fotografieren dich, obwohl das Fotografieren dort nicht erlaubt ist..." So ähnlich zumindest. Das ist das wundervoll verbotene Bild, welches in Kamakura entstanden ist. Man beachte das Symbol hinter mir, das ganz unmissverständlich auch gaijin befiehlt, nicht zu fotografieren, stattdessen aber Respekt zu zeigen.
Man beachte auch weiterhin Buddhas Blick. Wie er mich anschaut, gespenstisch. Dabei müsstet ihr erstmal das Monster sehen, dass direkt vor mir in der Ecke stand. Ich fühlte mich sehr schlecht!
Meine lieben Kolleginnin haben weitere Trips geplant. Nach Nikko entführen sie mich noch und nach Akita in den Norden. Hitomis Eltern wohnen dort und wir fahren sie besuchen. Noch bevor ich die Zustimmung für einen freien Tag zusätzlich bekommen habe, hat ihre Mama schon geplant, mich in einen Kimono zu stecken. Gemessen an dem, was ich hier verspeise, bei dem ganzen leckeren Essen und den vielen, alltäglichen Restaurantbesuchen, wäre ein Sumo-Gürtel passender für mich :-D

Zurück zu meiner Schreibwut. Die Ilka lobt mich. Sie schläft ja auch ungefragt in meinem Bett. Gefragt auch, denn das macht dir doch nichts aus, oder etwa doch Ilka? (Ich hoffe du bemerkst diese kleine Stichelei). Meine Projektarbeit wird aber voraussichtlich nicht gelobt. Das Schreiben macht dann keinen Spaß. Natürlich kann ich ja auch feststellen, dass die PA eben Arbeit bereitet. Das Ilka-Mailen weniger. Aber wie erkläre ich dann meine Undiszipliniertheit mit dem Blog?? Dann also doch lieber die Lob-Erklärung, statt die Arbeit-Erklärung. Denn faul bin ich ja auch nicht ;-) Also worauf will ich hinaus?! LOB! Dann schreib ich euch auch mehr :-)
Ausnahmen bestätigen die Regel. Denn morgen rollt schon der Tom mit seinem großen, großen Koffer an. Dann muss ich ihn leider bespaßen und er wird kaum zulassen, dass ich hier große Reden verfasse. Karaoke singen und Sushi essen. So habt ihr mal Zeit, mir zu mailen. Ah, ich lade heute noch Bilder hoch und verrat später auch den Link!

Sayonara.

Samstag, 10. Juli 2010

Bier in Yokohama

Heute war ein sehr sehr schöner Tag =) Da bin ich doch glatt motiviert, mal wieder ein wenig zu schreiben. Ich bin heute nach Yokohama gefahren, um dort eine Bierbrauerei zu besuchen und Bier zu trinken. Danach ging es dann an den Hafen. Das Wetter war traumhaft schön und Yokohama war ein Besuch wert!
Außerdem hab ich mittlerweile schon bei jeder Gelegenheit anklingen lassen, dass ich auch jemanden aus Deutschland getroffen habe. "Oh, you're from Germany?! We can talk German!" - Genialer Einfall, nicht?
Das wirklich überraschende war aber, dass er nicht nur Deutscher war, bzw. noch immer ist, sondern, dass er doch taaaatsächlich in Mannheim an der BA war - glaubt man das? Just in dem Studiengang auf der anderen Seite der Etage. Es geht aber noch weiter: Er hat noch eine Wohnung in Mannheim! Uuuuund, wer sucht gerade nach einer Wohnung???! Na ich!! Ich weiß zwar noch nicht, ob das klappt - aber allein die Tatsache, dass ich jemanden aus der Gegend treff =)

Heute war also toll. Und gleich ist auch noch Fussball und Deutschland gewinnt, denn das sagt ja Paul und Paul hat einfach immer recht, die Super-Krake :) Er ist weltberühmt und seit einigen Tagen fangen die Leute immer von Paul an, wenn ich sag ich bin Deutsche... verrückte Welt! Paul for President.

Morgen geh ich ins Museum. Eigentlich ja nun auch schon nachher. Letztes Jahr hab ich Chagall in Paris besucht, dieses Jahr kommt er mich doch glatt in Tokio besuchen. Naja, ich muss schon die letzten Schritte zu ihm gehen. Er kommt nicht nach Roppongi. Aber trotzdem. Vielleicht motiviere ich mich auch, morgen wieder zu berichten.

Mittwoch, 30. Juni 2010

Flucht

Mein Fluchtinstinkt ist wieder da!!!! Nach letztem Samstag allein auf der Roppongi-Dori hatte ich gedacht, ich hätte dazu gelernt: Nie lächeln, ruhig unhöflich werden, die haben es nicht besser verdient. Wenn mich noch einer dieser alten schleimigen Wochenends-Roppongi-Säcke anquatscht, hab ich mir gesagt, dann hau ich ihm eine auf seine Schnauze. Selbstverständlich wollte ich unbedingt mit denen zu den onsen fahren, ich kenn die ja schließlich nicht - wär doch super! Und klar, trinken geh ich auch gern mit dir 40-Jährigem einsamen Typen. Klar, auf mein Zimmer kannst du auch mit. Es ist schon ziemlich nervig - allein geh ich Samstag Abend nicht mehr vor die Tür.

Gelernt hab ich trotzdem nichts. Zumindest unter der Woche fällt mir das Umsetzen des Gelernten schwer. Da flüchte ich weiterhin :-D Heute ist mir ein Japaner in der U-Bahn nach der Arbeit ein wenig auf die Pelle gerückt. Rein räumlich. Heeeej, schonmal was von personal distance gehört?! In Roppongi bin ich dann raus und er wollte noch versuchen, mich aufzuhalten, aber ich hatte ja schick meine Kopfhörer im Ohr und da war er auch schon - mein Instikt. Schnell weg!!!! Ich war noch nie so fix aus dem U-Bahn Tunnel wieder ans Tageslicht geraten. Er war wahrscheinlich auch noch nie so schnell. Da hab ich noch gehofft, dass er mich nicht wirklich verfolgt, sondern nur in meine Richtung eben muss, aus Zufall. Wie geplant und auch wieder entspannt bin ich dann zum Supermarkt gelaufen, weil ich kein Wasser mehr daheim hatte. Ich komm aus dem Supermarkt wieder raus und Überraschung, sitzt Monsieur auf der Bank vor dem Eingang. Unbeirrt bin ich dann noch meiner Lieblingsbeschäftigung nachgegangen - Starbucks und Bücher gucken. Nachdem ich ein Chagall Bildband durchgeblättert hab und auch mein Kaffee schon halb leer war, beschloss ich wieder Heim zu gehen. Hinter dem nächsten Bücherregal ZACK - Überraschung. Den hab ich schonmal gesehen.... Vielleicht geht er hier ja auch gern Kaffee trinken. Ja ne ist klar. Geeeeeeh! Lass mich in Ruhe, verfolge jemand anders, wenn das dein Hobby ist! - Hab ich zumindest gedacht. Gesagt hab ich nichts, bin raus aus dem Büchladen, wieder Richtung Metrostation, die der Ausgangspunkt dieser Verfolgung gewesen ist, um dann Heim zu gehen. Daheim angekommen war natürlich niemand unten am Empfang, weshalb ich vor meinem Zuhause dann noch in meiner Tasche wühlen musste um meine Tür-Karte zu suchen. Überraschung, wer geht da scheinheilig an mir vorbei?? Und wieder in die andere Richtung, als ich hübsch in Sicherheit in meine Schutzhütte gehüpft bin. 40 Minuten Verfolgung. 40 Min ignorieren. War voll anstrengend.

Ich hab da mal was vorbereitet:Rot ist der Weg zum Einkaufen, von der Metrostation in der Mitte aus,
blau ist der Heimweg, vom Kaffee, an der Metro vorbei, die Straße herunter ins Somerset.


Wochentags-Japaner verhalten sich ganz anders als Wochenends-Nicht-Japaner. Vielleicht ist das aber auch sone besondere Masche. Verfolgung. Das letzte Mal, als ich einen Japaner verfolgt habe, zufällig natürlich, ich hatte eben den gleichen Weg, da hat der auch immer zurückgeschaut und ich dachte, na toll, der glaubt doch, du verfolgst ihn... An der nächsten Kreuzung hat er mich dann zum Kaffee einladen wollen.
Versteh einer die Kulturen ;-)


Donnerstag, 24. Juni 2010

meine ersten Wochenenden

hmm. Natürlich habe ich mich von meinem Vorhaben, gleich am Sonntag zu schreiben, nicht großartig beeindrucken lassen... Aber den einen oder anderen Tag später ist ja auch noch okay :-D
Drei Tokio-Wochenenden habe ich nun schon hinter mir und das vierte steht kurz bevor! Die Zeit rennt unaufhaltsam davon. Was soll ich sagen? Ich hasse die Zeit eben.
In der Woche arbeite ich ja schwer, sodass ich dann nur am WE was erlebe.

An meinem ersten Wochenende bin ich als erstes zum TokyoTower gelaufen, der gleich um die Ecke ist. Den Eifelturm konnte ich aufgrund der Aufzugstörung oder auch aufgrund von Riesenandrang letztes Jahr nicht erklimmen - das sollte mir in Tokio nicht auch noch passieren! Der TokyoTower ist dem Eifelturm ziemlich ähnlich, aber zugegebenermaßen bei Weitem nicht so schön. Allein schon dieses Rot. Selbst der "Eifelturm" in Lyon ist bezaubernd im Vergleich... Dennoch! Ich bin also rauf. Den Mont-Blan.. ich mein natürlich den Fuji-san habe ich leider nicht gesehen, dafür aber 3 nette Leutchen aus Houston, Texas. Ich sah vielleicht einsam und verlassen aus, weshalb sie sich gleich meiner angenommen haben. Also Ilka: Du wirst in Houston keine Probleme haben, jemanden kennen zu lernen. Selbst in Tokio ist das ein Klacks :-D (Japaner kennen zu lernen ist da schon schwieriger). Weil ich dummerweise der Meinung war, die Treppen zum Tower seien eine tolle Alternative zu dem Aufzug hatte ich noch Tage später den schlimmsten Muskelkater meines Lebens!

Am Sonntag bin ich zu einem Schreinfestival gefahren. Die große Stadt und ich in der Dunkelheit und meine ersten ich-habe-mich-verlaufen-Erfahrungen. Japaner ziehen es zwar vor mich weiterhin auf Japanisch vollzuquatschen, auch wenn sie genau wissen, dass ich kein Wort verstehe - aber sie sind die besten und liebsten und hilfsbereitesten Wegfinder und Karten richtig-herum-Dreher. Dabei lachen sie auch gern. Entweder über die "gaijin" (Ausländer), die sich immer verlaufen oder über sich selbst, weil sie weiterhin Japanisch sprechen, aus Gewohnheit und ich sie verduzt anstarre. Das habe ich noch nicht herausgefunden. Dennoch ein sehr nettes Völkchen. Vielleicht merkt ihr, ich habe mich seitdem noch einige Male mehr verlaufen - oder was auch passiert, dass andere Ausländer MICH nach dem Weg fragen und ich ihnen erkläre, dass ich auch keine Ahnung habe, dass Japaner aber sehr hilfsbereit sind und ich dann den nächsten Passanten stellvertretend die Karte unter die Nase halte. "Sumi-masen? Do you speak English? No? I am looking for... [auf die Karte zeigen]"
Meine nächste Wochenendbekanntschaft nach den Amerikanern war dann ein Türke. Ich war wohl noch sehr geflasht von der offenen und freundlichen Art der Amerikaner, dass ich auch nachdem er mich angequatscht hat, gleich drauf los geblubbert habe und ihm das Gefühl gegeben haben muss, einen neuen Freund gefunden zu haben, nach dem Motto: Nun können wir gemeinsam fremd sein. 3 Min. später habe ich das bereut. Manchmal braucht es nur eine kurze Zeit und man weiß: liiiieber nicht. Ja Christin! Ich war schon dabei Pläne zu schmieden, wie ich im Bad der SchreinFestival Menge untertauchen könnte, um ihn los zu werden - einfach weglaufen. Aber du wärst stolz auf mich gewesen, denn das tat ich nicht. Aber ich muss gestehen, ich habe ihm auch nicht direkt gesagt, dass er lieber weitergehen soll. Was aber zählt ist, dass er bald gegangen ist und ich einen klasse schönen Abend hatte. Ich stand an der Straße zwischen vielen vielen Japanern. Natürlich haben die bemerkt, dass ich eine gaijin bin. Alle um mich rum haben sich also die größte Mühe gegeben, mich dauernd anzutippen, um mich auf die Dinge aufmerksam zu machen, die ich wohl uuuunbedingt sehen und fotografieren musste. Sie haben mit mir die Plätze getauscht, dass ich besser sehen konnte. Seeeehr nett. Ich mag die Japaner :-) Die Stimmung war super und es gab viele Fressbuden. Ein Paradies.

An meinem zweiten WE bin ich nach Ueno gefahren. Dort sollte laut Mama ein bekannter Markt sein, auf dem man günstig einkaufen könne. Jaa, ich habe mich über die Lebensmittelpreise hier beklagt. Aber der Ameyoko-Markt, der früher einmal ein Schwarzmarkt gewesen ist und auf dem es am WE nur so von Menschen wimmelt, stellte sich leider als weniger attraktive Einkaufsmöglichkeit dar. Als Deutsche das richtige zu finden ist nicht leicht. Wahrscheinlich können hier nur richtige Japaner richtig und auch günstig einkaufen. Der Markt war dennoch super! Ich hab Melone am Spieß und Oktopus gegessen. Das letztere muss ich aber nicht wiederholen. Dieses gummige war nicht meins und uach diese Saugnäpfe sehen nicht so aus, als seien sie zum Essen gemacht, obwohl der Geschmack ganz gut war.
Nach dem lebendigen und auch ein wenig stressigen Markt ging es in den schönen Ueno Park. Netter Ort. Ich war im Zoo und habe Eulen, AyeAyes, slow loris und vieles mehr angeschaut. Leider hat meine Kamera zu diesem Zeitpunkt schlapp gemacht. Ich habe Baseball angesehen und mich geärgert, dass ich um viertel vor 5 nicht mehr ins naturwissenschaftliche Museum gelassen wurde, obwohl normalerweise bis 5 Uhr Tickets verkauft werden.

Puuuh, vielleicht schreib ich morgen von den letzten Wochenenderlebnissen! Nun fehlt mir die Lust und von euch hat auch niemand Interesse, so lange Texte zu lesen ;-)

Samstag, 19. Juni 2010

Ankündigung

Mittlerweile gibt es schon wieder eine Menge zu berichten. Ganz gewiss werde ich mir dann auch morgen die Zeit nehmen, zumindest einige Dinge hier zu posten. Dass ich das hier nun reinschreibe, ist mein persönlicher Ansporn, das dann auch tatsächlich zu tun.
Hier ein Vorgeschmack:

http://www.youtube.com/watch?v=QXtOdSgf6Ic

Mittwoch, 16. Juni 2010

Arbeit

Beinahe hätt ich es vergessen. Ich bin hier, um zu arbeiten. Beziehungsweise um mich ausbilden zu lassen. Das ist also
- unser Bürogebäude

- unser Eingang und unser Großraumbüro für alle

und zuletzt noch -
mein ganz persönlicher Arbeitsplatz.

Hier verbring ich also den Großteil meiner japanischen Woche. Die Bilder hab ich übrigens in der Mittagspause gemacht, deshalb ist es so leer. Nicht, dass sich jemand belästigt fühlt, wenn ich einfach so durch die Gegend fotografiere. Die Kollegen sind alle sehr sehr lieb :-) Da hat es mich wirklich gut getroffen.
Der Fahrstuhl ist sehr cool. Der spricht. Nicht überraschend, das können sie ja überall: erster Stock, zweiter Stock.... Aber dieser! Der ist Japaner! Eine Kollegin hat mir gestern Nachmittag nach der Arbeit verraten, der Fahrstuhl habe frei übersetzt sowas gesagt wie: "Du bist müde. Bis morgen!" Der ändert sein Gequatsche entsprechend der Uhrzeit!! Wer weiß, vielleicht sogar der Jahreszeit oder gar der eigenen Stimmung entsprechend! Ich traue denen hier alles zu! Ich wünschte, ich würde nur ein Wort verstehen...

Montag, 14. Juni 2010

Beer Festival

Ich erinner euch und auch mich nocheinmal daran: Ich bin in Tokio. Das ist in Japan, nicht in Bayern. Das hält hier aber niemanden davon ab, zu jodeln und deutsche Lieder zu singen...

Aber von Anfang an:
Am Sonntag war ich arg verzweifelt auf der Suche nach einem Supermarkt. Deutschland mit seinen Aldis und Edeka gaaanz weit weg. So weit, dass ich erschreckend spät die deutschen Lieder wahrnehme, die über die Roppongi Hills dröhnen. "Im Himmel gibt es kein Bier", singen die da. Und irgendwas von einer geilen Sau. Dem Krach folgend lande ich auf dem kleinen Bierfestival! Schunkelnde und jodelnde Japaner. Auf Japanisch werde ich auf das Angebot aufmerksam gemacht: Es gibt Weizen, Brezeln und Maultaschen. Roppongi Hills ist zur Bavaria Alm geworden! Wirklich drollig. Ich bin auf diese Mini-Version des Oktoberfestes gestoßen, ein Stück Deutschland. Ich hab mich das erste Mal unwohl fremd gefühlt, in dieser wundervoll vielseitigen Riesenstadt. Sehr, sehr drollig :-)


Übrigens: Am besten gefällt mir der klatschende Herr unten rechts vor der Bühne! Eine richtige Stimmungsmaschine! Und noch ein Übrigens. Das Münchner Oktoberfest ist ein Schnapperl! Hier kostet ein Liter Bier in dieser grandiosen Atmosphäre 3000Yen. Das sind momentan ungefähr 27 € - Prost!!


Donnerstag, 10. Juni 2010

Falschmeldungen

Ach herjeeh! Was mache ich bloß? Lauter Falschmeldungen! Ich stelle richtig: Regenzeit hat noch nicht wirklich angefangen. Heute hat es nicht geregnet. Aber nächste Woche geht es los, versprochen.
Außerdem war das natürlich gar keine Toilette, denn eine Toilette ist das ja gaaar nicht! ;-) Das ist ein super-Toto-Washlet! Ich stelle einfach mal fest: Toto ist toll. Die machen auch tolle Werbung:

Mittwoch, 9. Juni 2010

Toilettengeschichte x

Ich habe seit jeher ein angespanntes Verhältnis zu Toiletten. Nicht zu allen, aber man erlebt Dinge im Laufe des Lebens über die ich besser nicht rede.

In Japan aber! Ja, hier kann sich so ein negativ geprägtes Toilettenverhältnis grundlegend verändern. Wie könnte ich einer singenden voll-automatischen super-multitasking Toilette widerstehen? Natürlich hab ich an der Toilette was auszusetzen, sonst wäre es auch keine Toilette. Ich find den Sound grausig. Hintergrund für diesen Sound ist übrigens die Tatsache, dass vor der Erfindung sehr viel Wasser verschwendet wurde - entweder über den Wasserhahn oder die Spülung - beides jedenfalls um Geräusche zu übertönen, die andere bitte nicht hören sollen. Drollig.

Dienstag, 8. Juni 2010

+++Eilmeldung+++

Es ist soweit! Der Regen ist da! Von nun an wird es einen Monat lang jeden Tag regnen. Ist das nicht phantastisch?!

Nebenbemerkung: Kaum fällt der erste Tropfen vom Himmel: Alle, aaaalle haben schon den Regenschirm parat! Zack, aufgespannt. Gut vorbeireitet und sehr routiniert. Zunächst beeindruckend! Im nächsten Moment, wenn man überlegt wie viele Menschen wegen der bösen Sonne schon einen Schirm dabei haben - ein wenig weniger beeindruckend ;-) Trotzdem cool.

Montag, 7. Juni 2010

mein Zimmerchen

Nun, es gibt am Anfang natürlich eine Menge zu berichten!
Doch das erste Objekt meiner Beschreibungen wird mein Zimmerchen sein :-)
Was sag ich da eigentlich? Zimmerchen!? Paah! Gemessen an dem, was ich in Folge meiner Internetsucherei erwartet hatte, ist mein Zimmerchen ein Palast!
Aber zunächst kurz zu meiner Hood, äh, Umgebung.
Ich wohne in Roppongi. Noch immer weiß ich nicht, ob das gut oder schlecht ist. Die Menschen reagieren irgendwie komisch, wenn ich sage, dass ich in Roppongi wohne... Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass das hier eine Art Ghetto für Ausländer ist. Hier laufen ziemlich viele davon rum - da fühl ich mich also ziemlich mainstream-mäßig und uncool ;-) In Roppongi muss man auch nach japanischen Restaurants SUCHEN! Gut, ein wenig übertreibe ich, aber es gibt hier nunmal viele ausländische Restaurants. Und man kommt bei einem 15min Spaziergang an fünf Starbucks'en vorbei!! Super an dem Ausländerghetto ist, dass der Kulturschock hier wahrscheinlich geringer ausgefallen ist, als es in anderen Stadtteilen der Fall gewesen wäre. Hier kann man auch mal Englisch sprechen, ohne sich zu schämen. Außerdem gibt es in Roppongi viele Bars und Clubs - ob die aber gut sind und wie das Publikum dort ist, weiß ich nun auch wieder nicht, weshalb ich nicht feststellen kann, ob das vielleicht auch eine gute Seite daran ist, in Roppongi zu wohnen...
Wie auch immer - ich habe zwar keine Ahnung, was man von Roppongi hält und vor allem habe ich keinen Vergleich zu anderen Gegenden aber mir gefällt es in Roppongi zu wohnen. Punkt.

Mein 40qm Zwei-Zimmer-Appartment befindet sich in einer Art Hotel. Serviced Residence. Mit Frühstück. Vor allem der vorhandene Kaffee lässt mich urteilen: Super.
Ich habe alle Unsinnigkeiten, die man so braucht. Internet, Telefon, Fax, FlatTV, CD-Player, DVD-Player, iPhone (naaa gut, es ist ein Aiphone... ich lade später ein Bild hoch), Herd, Geschirrspüler, ach alles einfach). Montags, wenn ich Heim komme ist alles wieder hübsch hergerichtet.
(Nur meine 2. SemesterMannheim Wohnung könnte mit dieser Wohngelegenheit hier konkurrieren!)
Hier lässt es sich wohnen. Also, wenn jemand mal Tokio sehen mag - ihr seid herzlich eingeladen, mein Zimmerchen zu begutachten und hier zu nächtigen. Für alle anderen: ich lade Fotos hoch ;-)

Nun bin ich müde. Die Tage leg ich wieder los und erzähl was zu..... mal schauen!


Sayonara (oder so).

Ein Anfang.

Nun, es ist mittlerweile schon wieder eine Woche her, dass ich mich aus dem Staub, bzw. auf den langen Weg nach Tokio gemacht habe! Es wird also Zeit, dass ich ein wenig hier reinschreibe - obwohl ich wahrscheinlich wieder sehr undiszipliniert sein werde, was das regelmäßige Berichten angeht. Aber ich gebe mir Mühe!

Liebste Grüße aus der Ferne!